Zum Begriff „tierlich“ [aun]

Dieser ist nicht so neu wie man denken mag.
In „Deutsches Wörterbuch“ von Jacob und Wilhelm Grimm Bd. 21 (Leipzig 1935), S. 383, lesen wir:
„THIERLICH, adj. und adv., mhd. tierlich, bis ins 16. jahrh. im gebrauch, dann durch thierisch, viehisch verdrängt…“
Somit sind alle heutigen BenutzerInnen des Begriffs in doppelter Hinsicht Avant-gardististnnen.

Bye Bye Milk-Festival in München 5.-9. April 2018

Auftakt mit einer Podiumsdiskussion mit Michaela Cosenza, Voker Gebhart, Jan Gerdes, Emil Franzinelli, Michi Kern und Mara-Daria Cojocaru – zum Programm mit Workshops, Film, Literatur und Pop-up Dinner hier: www.facebook.com/events/208478323257977/

CfP: Animal Machines/ Macine Animals (in Exeter, autumn 2018)

> > Details of the cfp can be found here: > > www.britishanimalstudiesnetwork.org.uk/FutureMeetings/AnimalMachines.aspx > > [aun] >

Tagung „Das verdatete Tier“ in Bochum

„Das verdatete Tier. Zum Animal Turn in der Kultur- und Medienwissenschaft“ 26.-28. April 2018 Blue Square | Tagungsebene 5 Kortumstraße 90 | 44787 Bochum
Anmeldung per Email an ina.bolinski@rub.de <mailto:ina.bolinski@rub.de> bis zum 15. April 2018.
Informationen unter: ifmlog.blogs.ruhr-uni-bochum.de/forschung/forschungsprojekte/das-verdatete-tier/
Mit der Formel von den verdateten Tieren werden zwei Topoi aufgerufen, die unsere Kultur nachhaltig sortiert haben: Instinkt, Animalität, Intuition einerseits und Kalkül, Bewusstheit, Rationalität andererseits. Das Tier, das als Verkörperung natürlicher Intuition und vom Instinkt geleitet gilt, gerät im Modus des Berechnens an Konzepte von Rationalität und an die Möglichkeit der Verkörperung in und durch technische Prozesse. Zu fragen ist daher, wie die Tiere im Zuge der Verdatung einen veränderten Status erlangen, indem die Auflösung der vormals scharfen Grenzen in Bezug auf Natur und Kultur neue Strukturen des Miteinanders und des Wissens, also von Sozialität und Epistemologie hervorbringt. Betroffen sind aber auch Formen von Affektbezug und Emotionalität, die gerade durch die Vermittlung mittels Social Media und in der Möglichkeit der permanenten Partizipation durch das Internet der Tiere bestehen. Als Folge der Verdatung von Tieren und zugleich auch ihrer Medialisierung zeichnen sich neue Formen des Miteinander ab: Tiere, Technik und Menschen bilden einen Kollaborationsverbund. Auffallend sind jedoch nicht nur die enormen Datenmassen, die das Tier in den Zustand einer medial vermittelten Transparenznatur versetzen. Auffallend ist auch eine Modifikation der Frage, wer denn überhaupt über Handlungsmacht und über Medienkompetenz verfügt. Dieser neue Akteurstatus verändert die Vorstellungen von Kommunikation und erschließt mit dem Interspecies Internet andere Dimensionen. Ziel dessen ist nämlich nichts Geringeres, als Kommunikationsstrukturen zwischen Menschen, Tieren und weiteren Intelligenzen zu schaffen. Eine vom Personenstatus unabhängige Kommunikation, die somit zugleich an einer Grundfeste der anthropologischen Differenz rüttelt, scheint zurzeit lediglich Utopie. Was sich jedoch im Umfeld der aktuellen Animal-Computer Interaction (ACI) abzeichnet, sind multispecies communities. Diese werden zu Heimstatt neuer Akteure, neuer Kollaborationen, neuer Verantwortlichkeiten und neuer Sozialformen: zwischen Menschen und Tieren, Pflanzen und Algorithmen, Artefakten und Biofakten, Maschinen und Medien, Belebtem und Unbelebtem, Realem und Virtuellem, Simuliertem und Modelliertem. Ziel dieser Veranstaltung ist es diese neuen Kollaborationen und Sozialitäten interdisziplinär in den Blick zu nehmen und auf ihre technischen und epistemologischen Wirkweisen hin zu befragen.
Programm
DONNERSTAG, 26. April 2018 Moderation | Matthias Preuss (Bochum) 14:00-14:15 | Begrüßung und Einführung PANEL: Beobachtung|dokumentieren 14:15-15:15 | Jan-Erik Steinkrüger (Bonn) Mapping animals. Wie wir Tiere in der Welt verorten Kaffeepause 15:45-16:45 | Mareike Vennen (Berlin) Wissen unter Wasser. Registrieren und Regulieren in der Aquarienpraxis im 19. Jahrhundert 16:45-17:45 | Markus Kurth (Dresden) Verdatung als Instrument zur Befreiung? Die Ko-Konstruktion der Kategorie Lebenshoftier durch Social Media Moderation | Julika Griem (Essen) PANEL: Zahl|messen 10:00-11:00 | Alexander Spröwitz (Stuttgart) Tiere als Modelle für laufende Roboter, und Roboter als Modelle für Tiere Kaffeepause 11:30-12:30 | Ina Bolinski (Bochum) Living memory. Bakterien als Datenspeicher 12:30-13:30 | Verena Meis (Düsseldorf) Robojellies. Zur Vermessung des Ozeans Mittagspause PANEL: Information|vermitteln 14:15-15:15 | Robert Stock (Konstanz) „Monkey think, monkey do“. Animal-Machine-Interfaces als sozio-technische Assemblage 15:15-16:15 | Vinzenz Hediger (Frankfurt a.M.) Anthropomorphisierung ist nicht das Problem: Tiere und Medien jenseits von Natur und Kultur Kaffeepause 16:45-17:45 | Jan Müggenburg (Lüneburg) Der Fledermaus-Blindenstock. Zur Funktion der Tiere in der Bionik FREITAG, 27. April 2018 SAMSTAG, 28. April 2018 Moderation | Sylvia Kokot (Bochum) PANEL: Schnittstelle|interagieren 10:00-11:00 | Roland Borgards (Frankfurt a.M.) Virtuell, vernetzt, zeitecht, interaktiv. Unterwegs zum zoologischen Datengarten 11:00-12:00 | Jessica Ullrich (Erlangen) Mit anderen Augen. Der Einsatz von Crittercams in der Gegenwartskunst Kaffeepause 12:30-13:30 | Stefan Rieger (Bochum) Von Kindern und Kätzchen. Technische Schnittstellen und ihre Agenten 13:30-14:00 | Abschluss

CfP: Bienen und Honig in den Religionen und in unserer heutigen Welt

Bienen und Honig spielen seit langem eine Rolle in religiösen Traditionen und Mythologien auf der ganzen Welt. In Religionen wie dem Hinduismus und der Yoruban-Religion wird Honig als Opfergabe an die Götter verwendet. Der griechischen Mythologie zufolge wurde Apollos Gabe nach der Prophezeiung von Bienenmädchen gewährt. Im Christentum symbolisiert die Biene Weisheit, denn Bienen verwandeln den Staub der Blumen in das Gold des Honigs. Der Prophet Muhamad erkannte und empfahl die heilenden Eigenschaften von Honig. Honig und Äpfel werden zusammen im jüdischen Rosch ha-Schana als Wunsch für ein süßes neues Jahr gegessen. Das verheißene Land in der hebräischen Bibel ist bekannt als „ein Land, darin Milch und Honig fließen“, eine Metapher, die oft wiederholt wird, zuletzt in einem Stück, das Flüchtlingsgeschichten (Dorthin wo Milch und Honig fließen von Rosi Ulrich) nach Deutschland thematisert. Dass Honig und Bienen in so vielen Religionen eine so bedeutende Rolle gespielt haben, sollte nicht überraschen. Honig wurde seit der Steinzeit von Menschen gesucht, wie ein Höhlengemälde in Spanien belegt. Seit Jahrtausenden war Honig der einzige Süßstoff, den wir hatten. Darüber hinaus sind Bienen für die Bestäubung aller Blütenpflanzen, einschließlich Obst und Gemüse, sowie von Pflanzen zur Fütterung von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen, Giraffen, Bonbobos, Elefanten etc. wesentlich. Bienen erbringen für uns und den Rest der Natur einen unersetzbaren Dienst. Aber heute sterben diese Tiere aufgrund von Monokulturen und Pestiziden aus. Sollten sie verschwinden, werden wir einen bedeutenden Teil unseres kulturellen und religiösen Erbes sowie einen großen Teil unserer Ernährungsgrundlage verlieren. Dieser Verlust wird katastrophale Folgen haben. Unsere eintägige Tagung wird Experten in der Religionswissenschaft, der Geschichte und dem Naturschutz als auch Aktivistinnen und Aktivisten für eine ‚gegenseitige intellektuelle Bestäubung‘ von Ideen zusammenbringen und uns umfassende Kenntnisse liefern, was Bienen und Honig uns seit Jahrtausenden bedeuten. Von der Seite der Religionswissenschaft und Geschichte lernen wir die sich verändernde Rolle, Funktion und Symbolik Bienen und Honig und deren Bedeutung für viel breitere kulturelle Themen. Von der Seite der Naturwissenschaft lernen wir, wie Bienen leben und sich verhalten; und von Aktivistinnen und Aktivisten, was wir tun können, um die Bienen – und uns selbst – zu retten. Diese Tagung findet am Donnerstag, 06. September 2018, 9-17 Uhr in der Melanchthon Akademie in Köln statt. Dieses Tagung gehört zu der „Religiösen Naturschutzwoche in Köln und Umgebung“ (2.-9. September 2018). (Einen Veranstaltungskalender finden Sie auf der Website des Abrahamischen Forums e.V. im April unter abrahamisches-forum.de/). Bitte senden Sie Ihren Beitrag von 600 Wörtern mit ausgewählten Literaturliste bis 30. April 2018 an Dr. Carrie B. Dohe, Philipps Universität Marburg, dohe@staff.uni-marburg.de ein.

Bangladesh Journal of Bioethics (special issue on Animal Ethics)

> > Special issue on animal ethics in www.banglajol.info/index.php/BIOETHICS/issue/view/1724 aun

Akademische Arbeiten in Englisch in Sachen Tierschutz/Umweltschutz: Hilfe durch Muttersprachlerin

Man kennt das Problem. Man will eine Abschlussarbeit oder gar eine Dissertation zur Zweitveröffentlichung ins Englische übertragen und sucht muttersprachliche Partner für die Revision des Manuskripts.
Auf diesem Gebiet ist Dr. Carrie B. Dohe, eine Amerikanerin, die seit vielen Jahren in Deutschland lebt und arbeitet, mit ihrem Angebot „English in Academics“ zu empfehlen. Dr. Dohe arbeitet zur Zeit an einem Forschungsprojekt über die religiösen Quellen des Umweltschutzes.
www.carriebdohe.com und carrie.b.dohe@gmail.com mailto:carrie.b.dohe@gmail.com
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CFP Tierstudien 15/2019 Tiere erzählen

Call for Papers Die übernächste Ausgabe von Tierstudien wird unter dem Motto „Tiere erzählen“ stehen. Das ist durchaus doppeldeutig gemeint. Was wird wie und von wem über Tiere erzählt und zu welchem Zweck? Aber auch: Was erzählen Tiere selbst, in welcher Form und mit welcher Intention tun sie dies? In der Geschichte des abendländischen Denkens wurde die Differenz zwischen Mensch und Tier durch die vermeintliche Abwesenheit von Logos, also von Sprache und Rationalität, bei den Tieren bestimmt. Viele Schriftsteller*innen und Künstler*innen in Geschichte und Gegenwart haben sich entgegen diesem Postulat dem Gedankenexperiment ‚sprechender Tiere‘ gewidmet und aus tierlicher Perspektive Romane geschrieben, Tiere als Protagonist*innen in Filmen eingesetzt oder Tiere als Künstler*innen auftreten lassen. In der Fabel, im Kinderbuch oder im Zeichentrickfilm treten sprechende Tiere in der Hauptrolle auf. Doch auch in Wissenschaft und Alltag werden Tiere zum Sprechen gebracht oder wird für Tiere gesprochen. Primatolog*innen bringen Tieren Zeichensprache bei, Haustierbesitzer*innen unterhalten sich mit ihren tierlichen Begleiter*innen oder ‚übersetzen‘ deren Beschwerden beim Tierarztbesuch, Kinder lesen Tierheimbewohner*innen aus Büchern vor, Künstler*innen drehen Spielfilme für Zootiere oder schaffen Bildergeschichten für sie. Menschen lassen Tiere aus vielerlei Gründen sprechen, etwa um als deren Anwälte zu fungieren, um deren Andersheit erfahrbar zu machen oder aber schlicht um etwas über andere Menschen auszusagen. Menschen können sich entscheiden, zu ignorieren, was Tiere sagen, oder sie können tierliche Erzählungen interpretieren und damit riskieren, diese misszuverstehen und Tiere zu bloßen Sprachrohren für menschliche Belange zu machen. Sollten Tiere deswegen besser in ihrer Fremdheit belassen werden oder ist das nur eine weitere Form, den menschlichen Exzeptionalismus zu bestätigen? Uns interessiert, wie von Tieren erzählt und wie für Tiere erzählt wird, aber auch wie Tiere selbst erzählen. Können Tiere ihre Autobiographie schreiben oder von ihrem Leben erzählen? Menschen erkennen Kommunikation häufig nur in Form menschlicher Sprache. Die ethologische Forschung zeigt jedoch, dass viele Tiere nicht nur kommunizieren, sondern dem Menschen auch antworten und sogar von ihrem Erleben in nicht-diskursiver Weise erzählen. Wenn Gary Snyder sagt, dass die Narrative der Hirsche ihre Duftspuren sind, könnte es dann vielleicht auch Erzählungen anderer Tiere geben und falls ja, in welcher sinnlichen Form könnten diese transportiert werden? Inwiefern lassen sich beispielsweise die Koloraturen des Vogelgesangs als Narrativ verstehen oder das Quieken der Schweinemutter ihren Ferkeln gegenüber? Was geschieht mit den Tieren und auch den Menschen, wenn Tiere selbst zu Wort kommen und so eine Stimme erhalten? Wir fragen nach charakteristischen ‚Tiergattungen‘, spezifischen narrativen Strategien und deren Problematik ebenso wie nach Konzepten der Agency, der Empathie und des Anthropomorphismus. Inwiefern wird die anthropologische Differenz durch den Akt des „Tiere erzählen“ aufgelöst, neu definiert oder bestätigt? Welche Chancen und Möglichkeiten, die Beziehungen zu den anderen Tieren neu zu entwerfen, liegen in diesem Projekt? Wir suchen nach literatur-, kunst-, film-, musik- und kulturwissenschaftlichen, historischen, philosophischen, soziologischen, psychologischen und ethologischen Studien. Andere, hier nicht aufgeführte Beiträge zum Themenkomplex „Tiere erzählen“ sind ebenso willkommen. Abstracts von nicht mehr als 2.000 Zeichen senden Sie bitte bis zum 1. August 2018 an jessica.ullrich@neofelis-verlag.de und alexandra.boehm@web.de. Die fertigen Texte dürfen eine Länge von bis zu 22.000 Zeichen haben (inklusive Leerzeichen und Fußnoten) und müssen bis zum 1. November 2018 eingereicht werden. Danach gehen sie zur Peer Review an den wissenschaftlichen Beirat von Tierstudien. Auf Grundlage der Gutachten des wissenschaftlichen Beirats wird über die Annahme der Texte zur Veröffentlichung entschieden. Erscheinungsdatum für die angenommenen Texte ist April 2019. JU

CFP: workshop on animal ethics at University of Colorado, Boulder

> > The Society for the Study of Ethics and Animals sites.google.com/site/ethicsanimals/home (SSEA) invites abstracts for a day-long workshop on August 8, 2018 at the University of Colorado, Boulder. Abstracts on any topic relating to animal ethics are welcome. This preconference event is being held in conjunction with the Eleventh Annual Rocky Mountain Ethics Congress, which takes place at CU Boulder from August 9-12. The SSEA is pleased to announce that Julia Driver philosophy.artsci.wustl.edu/people/Julia_Driver will offer the keynote address at the workshop, thanks to generous support from CU Philosophy Department’s Center for Values and Social Policy www.colorado.edu/philosophy/center/ . Abstracts that engage with Driver’s work are especially welcome. > > > > Abstracts are due on March 15. Notification of acceptance by May 15. Abstracts should be 750-1000 words and prepared for blind review. Please submit abstracts to Bob Fischer (fischer@txstate.edu mailto:fischer@txstate.edu ). The workshop will have a pre-read format, with the aim of providing focused, constructive feedback on works in progress. If your abstract is accepted, the full paper will be due on July 1 for distribution to other attendees. > > >

Vegetarianism – A Radio History [AUN]

> > Dear List Members, > > enjoy following this great legacy in the history of vegetarianism/veganism worldwide > > www.herenow4u.net/index.php?id=137197 > >