Zum Gedenken an Dr. Julia Eva Wannenmacher (5.5. 1966 – 26.10. 2019)

Aus der Pfalz stammend, studierte die Verstorbene nach dem Abitur in Berlin Evangelische Theologie, Klassische Philologie (Latein) und Philosophie. Bereits während dieser Zeit entdeckte sie, die sich auf mittelalterliche Kirchengeschichte spezialisiert hatte, ihr Lebensthema, nämlich die Apokalyptik im Werk des Abts, Ordensgründers und Geschichtstheologen Joachim von Fiore. Lange arbeitete an der Edition von dessen Werken. Der Erlanger Dissertation von 2002 zu obiger Thematik folgte später noch die Herausgabe bzw. Mitarbeit an zwei weiteren Büchern zum gleichen Themenkreis. Mit den nun in raschem Abstand folgenden zahlreichen Fachartikeln und Rezensionen (insgesamt dürften es über einhundert gewesen sein) erwarb sie sich große Anerkennung.

Seit der frühen Jahrtausendwende lehrte sie an der Berliner Humboldt-Universität, war aber auch an mehreren Forschungsprojekten in Erlangen beteiligt. Bereits als Teenagerin Vegetarierin geworden, betrachtete sie es nun zunehmend als ihre Mission, den Gedanken der Tierethik in Lehraufträgen, Vorträgen und Artikeln zu thematisieren. Aus ihrem Fach war sie dazu möglicherweise durch Franz von Assisi, den sie sehr verehrte, inspiriert worden.

Auch in ihrer Eigenschaft als Berliner Bürgerin engagierte sich sie sich vielfältig, sei es in der Koordination der Bürgerinitiative gegen den Ausbau der A 100, oder in ihrer Unterstützung der Verfassungsklage von Daniel Böhme, die darauf abzielte, Kindern das Recht auf vegane Ernährung in der Schule zu gewähren. Als überzeugte Tierschützerin beteiligte sich die nunmehrige Veganerin an vielfältigen Demonstrationen gegen Jagd, Pelztierhaltung, Tierversuche und Stopfleber. Dabei arbeite sie mit Animal Equality zusammen. Auch privat führte sie ein offenes Haus, das viele Personen aus der damals verfolgten österreichischen Tierrechtsszene wie z.B. Martin Balluch und Chris Moser beherbergte.

Innerhalb der neu entstandenen Disziplin der Human Animal Studies hielt sie viele Vorträge, so z.B. auch bei den Ringvorlesungen zum Tierschutz an der Universität Innsbruck. Gerade als Theologin war es ihr ein Anliegen, innerhalb der AKUT e.V. (Aktion Kirche und Tierschutz) für die Tierrechte in ihrer, aber auch den anderen Kirchen, einzutreten. Wenn sie auch nicht selten über den geringen Status der Tiere in kirchlicher Lehre und Praxis haderte, begnügte sie sich dennoch nicht mit bloßer Kritik und wurde selbst produktiv. Daraus erwuchsen mehrere Blog-Artikel und eine Tierschutzpredigt.

Bereits Mitglied der Gruppe Berlin-Vegan geworden, für deren Blog sie viele Artikel schreiben sollte, gründete sie in Kooperation mit der obigen Organisation zusammen mit Andreas Grabolle die Vereinigung Tierrechtstheorie Berlin. Der Start dazu war ein von ihr 2013 organisiertes Seminar zu Tierrechten, an dem u.a. Klaus Petrus teilnahm. Etwas später rief sie, ebenfalls zusammen mit A. Grabolle, die Facebook-Seite der Tierrechtstheorie Berlin ins Leben. Dort konnte sie alle ihr wichtig erscheinenden tierrelevanten Themen in ganzer Breite und recht lebensnah präsentieren, eine Tätigkeit, die wie sie selbst einmal gestand, ihr vor allem wegen der damit verbundenen Chance auf breite Resonanz besondere Freude bereitet hatte. Auch freundete sich in dieser Zeit mit Schriftstellerin und Tierrechtsaktivistin Hilal Sezgin an. Einige Zeit später wurde sie Mitglied von Minding Animals Germany, wo sie sich ebenfalls als Vortragende betätigte.

Inzwischen hatte sie sich beruflich an die Universität Bern verändert, wo sie mit Editionsarbeiten der Werke des Schweizer Theologen und (Volks-)Schriftstellers Jeremias Gotthelf betraut wurde. Auch hier war ihr Haus am schönen Thuner See Treffpunkt verschiedener Tierrechtsaktivisten, u.a. erneut von Martin Balluch, der von dort aus zu seinen Vortragsreisen und Buchpräsentationen in der Schweiz aufbrach.

Doch nun war bereits ein Schatten in Gestalt einer schweren Erkrankung in ihr Leben getreten. Anfangs schien dies ihre Energie nicht zu beeinträchtigen: nach eigenem Geständnis wollte sie weiterhin „aktiv sein, arbeiten und reisen“. Zu Letzterem hatte sie, nachdem ihr geliebtes Italien nun nicht fern war, ausgiebig Gelegenheit. Bei allen tapfer ertragenen (zeitweiligen) Rückschlägen in ihrem Befinden verlor sie nie die Hoffnung und den Gleichmut. In einem Anflug von Humor meinte sie einmal, dass ihre Beschäftigung mit den Fragen der Apokalypse ihr die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit erleichtert habe. Anfang 2019 jedoch nahm ihre Resilienz immer mehr ab. Dennoch konnte sie noch im Sommer trotz großer körperlicher Strapazen mit den Töchtern ausgiebig in Europa umher reisen. Für Dezember hatte sie sich noch zu einem Vortrag in Erlangen über die islamische Tierethik verpflichtet, ein Gebiet, in das sie sich unter Anerkennung vieler Fachgelehrter intensiv eingearbeitet hatte. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen. Sie, die sich selbst nie in den Vordergrund gestellt hatte, starb, von der Welt fast unbemerkt. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt der Familie, besonders den beiden noch nicht volljährigen Töchtern. Diese hat sie nicht nur gelehrt, was Tierliebe heißt, sondern diese täglich, nicht zuletzt im Umgang mit den von ihr aufgenommenen verletzten bzw. ausgestoßenen Katzen, selbst vorgelebt.

Die Tierrechtsbewegung verliert mit ihr eine bedeutende Mitstreiterin, die Autorin dieser Zeilen darüber hinaus eine schmerzlich vermisste Freundin. Sie hat in sich in genuiner Weise die in Bachs gleichnamiger Kantate (BWV 147) genannten gesammelten Eigenschaften der Wahrhaftigkeit verkörpert, nämlich einen organischen Einklang von „Herz und Mund und Tat und Leben“. Die in diesem Zusammenklang sich ausdrückende umfassende Glaubwürdigkeit im Denken und Handeln ist auch ihr Auftrag und Vermächtnis an unsere Bewegung. Versuchen wir uns, in Dankbarkeit diesem Erbe würdig zu erweisen!

Arabella Unger, Dipl-Päd., M.A.

Das ausgestellte Tier. Lebende und tote Tiere in der zeitgenössischen Kunst

Buchankündigung

Als Motiv, Bedeutungsträger und Arbeitsmaterial bilden Tiere seit jeher eine Konstante in Kunst und Kultur. Mit dem Auftreten lebender und toter Tiere in Kunstwerken seit Mitte des 20. Jahrhunderts erfahren diese lange Zeit unangefochtenen Funktionszuschreibungen jedoch erstmals ein radikales Umdenken. Seitdem werden Tiere auch in ihrer realen Präsenz in Installationen eingebunden, sie agieren in Performances, befeuern oder durchkreuzen künstlerische Konzepte und werden mitunter sogar selbst künstlerisch tätig.

 
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Mit Beiträgen von Marvin Altner, Judith Benz-Schwarzburg, Antoine F. Goetschel, Barbara Gronau, Laura-Mareen Janssen, Bettina Paust, Marcel Sebastian, Volker Sommer, Jessica Ullrich und Jean-Pierre Wils.
  
 
Dieser Band setzt sich erstmals mit den vielfältigen Aspekten auseinander, die sich ergeben, wenn lebende und tote Tiere Gegenstand der Kunst sind und in Ausstellungen präsentiert werden. Beiträge aus den Bereichen Kunstwissenschaft, Philosophie, Biologie, Soziologie, Ethik und Recht fordern zu einer differenzierten Neubetrachtung von Kunstwerken auf, die Tiere als Akteure integrieren oder als Material verwerten.
 
Durch seine interdisziplinäre Ausrichtung soll der Band Impulse für eine offene und kritische Diskussion über das Ausstellen sowie die Ausstellbarkeit von lebenden und toten Tieren in der Kunst geben.

Herausgegeben von Bettina Paust und Laura-Mareen Janssen
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Sie haben Fragen oder Anmerkungen zum Buch?
Kontaktieren Sie uns!

Umschlaggestaltung: Marija Skara, unter Verwendung eines Fotos von:
Kira O’Reilly, inthewrongplaceness, 2005-2009. Foto: Axel Heise, Copyright: Kira O’Reilly.



 

Ausschreibung

30 Stipendien für fortgeschrittene Masterstudierende, Doktorand*innen und Postdocs

Würzburg Winter School
Konfigurationen der Mobilität: Transition –Transformation –Transgression
24.–28.02.2020
Philosophische Fakultät, JMU Würzburg Gefördert durch die VolkswagenStiftung

Mobilität hat sich seit der letzten Jahrtausendwende auf internationaler Ebene zu einem interdisziplinären Forschungsparadigma entwickelt. Im deutschsprachigen Raum konzentriert sich die Erforschung von Mobilität dabei bislang vornehmlich auf globale Migrationsprozesse, räumliche Bewegung, das Phänomen der (Un-)Beweglichkeit sowie das Gesamtensemble infrastruktureller, informationeller, politischer und juridischer Faktoren, die Formen menschlicher Bewegung bedingen.

Die Würzburg Winter School Konfigurationen der Mobilität: Transition –Transformation –Transgressionerweitert diese Blickwinkel um Ansätze aus der Narratologie und der Sozialgeographie sowie der jungen Wissenschaftsfelder der Cultural Animal Studies, der Multispecies Ethnography und der (literaturwissenschaftlichen) Materialitätsforschung. Gleichzeitig schafft sie mit der Frage danach, wie das Erzählen als kulturelle Praxis und künstlerische Ausdrucksform unser Verständnis von Mobilität konfiguriert, einen gemeinsamen Ausgangspunkt für die fachübergreifende, vergleichende Auseinandersetzung mit Mobilität. Diese neuartige Kombination verspricht einen doppelten Erkenntnisgewinn: Erstens erlaubt sie, das Verhältnis zwischen der Mobilität von Menschen, Tieren und Artefakten neu zu bestimmen und mit der Funktion des Erzählens, das dieses Verhältnis mitgestaltet, in Beziehung zu setzen. Auf diese Weise können, zweitens, ästhetische, räumliche und zeitliche Dimensionen menschlicher und nichtmenschlicher Mobilität ausgelotet und mit Formen und Effekten narrativer Repräsentation, Reflexion und Modifikation von Mobilität in Verbindung gebracht werden. Ziel ist dabei, insbesondere nach der transitorischen, transformativen und transgressiven Qualität von Mobilität zu fragen, die in narrativen Konfigurationszusammenhängen in Erscheinung tritt.

Die Würzburg Winter School bietet ausgewählten Nachwuchswissenschaftler*innen die einzigartige Möglichkeit, ihre Projekte zur Mobilitäts-und Migrationsforschung in einem übergreifenden theoretischen Rahmen neu zu perspektivieren. Dabei gilt es, die Organisation und Gestaltgebung als Konfiguration von Bewegungs-und damit verbundenen Veränderungsprozessen durch und in Erzählungen als disziplinverbindendes Strukturmerkmal in den Blick zu nehmen. Erzählungen, in denen Bewegung, Bewegungsrahmen und Beweglichkeit von menschlichen und nichtmenschlichen Akteur*innen medial vermittelt und figurativ dargestellt werden, sind in den Geistes-, Sozial-und Kulturwissenschaften ein zentraler Gegenstand, von dem ausgehend Erkenntnisse über mobilitätsspezifische Merkmale gewonnen werden. Zu untersuchen ist demzufolge, (1) wie räumliche Bewegungen von Körpern (Menschen, Tiere, Dinge) als geographisch erfassbare Phänomene zur Anschauung gebracht werden, (2) welche sozialen, technischen und infrastrukturellen Arrangements diese Bewegungen überhaupt erst ermöglichen, und (3) inwiefern diese Möglichkeiten wiederum mit Chancen und Handlungsoptionen der mobilen und mobil gemachten Akteur*innen verknüpft sind.

Die Würzburg Winter School widmet sich den Konfigurationen von Mobilität u.a. in Form von Keynote-Vorträgen (Prof. Peter Adey, London; Somayeh Dodge, Ph.D., Santa Barbara; Prof. Dr. Birgit Neumann, Düsseldorf), künstlerischen Arbeiten (Dr. Susanne Schmitt, München), einer literarischen Lesung, einer Filmvorführung sowie in Form von Forschungsposter-Präsentationen und ausgehend von theorie-und themenspezifischen Arbeitsgruppen.Die Arbeitssprache der Workshops ist Deutsch, die Keynotes werden auf Englisch gehalten.Wir möchten fortgeschrittene Masterstudierende, interessierte Doktorand*innen und Postdocs aus Deutschland sowie aus anderen europäischen und außereuropäischen Ländern dazu einladen, sich für einen der folgenden Themenworkshops zu bewerben:

Transition (Dr. des. Frederike Middelhoff, DFG-Kolleg-Forschungsgruppe „Imaginariender Kraft“, Universität Hamburg/Dr. Sara Asu Schroer,Department of Anthropology, University of Aberdeen): Der Workshop untersucht die zeitlichen Dimensionen von Mobilität und Bewegungsnarrationen mit einer kulturanthropologischen, literaturwissenschaftlichenund durch die Cultural Animal Studies und die MultispeciesStudies informierten Blickrichtung. Die Aufmerksamkeit gilt hier dem Element des Fluiden, Fluktuierenden und Flüchtigen, das mit dem Phänomen ‚Mobilität‘ und seinen narrativen Konfigurationsspektren verbunden ist. Dabei sind im Einzelnen sehr viele unterschiedliche thematische Felder bedeutsam: Von diversenTemporalitäten der Mobilität (z.B. pflanzlichen Lebens im Kontext der Plant Studies, des Zugverhaltens verschiedener Schwarmtiere, etc.), über Metamorphosen (z.B. in der kulturwissenschaftlichen Insektenforschung) oder dem Vergehen und Verschwinden von Arten, bis hin zu spezifischen Räumen und Kontaktzonen wie Luft oder Wasser. Nicht zuletzt stehen die Flüchtigkeit und Veränderlichkeit des Erzählens selbst als eine Transition reflektierende Praxis im Fokus. Maßgeblich ist dabei ein breiter Erzählbegriff, der Bilder ebenso einschließt wie Formen alltäglicher Erzählungen.

Transformation (Leitung: PD Dr. Katrin Dennerlein, Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte I, Würzburg // Prof. Dr. Annegret Pelz, Alfred Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald / Mobile Kulturen und Gesellschaften, Universität Wien): Im Zentrum des Workshops steht die Analyse und Theoretisierung des Zusammenspiels von Textmobilität und Transformationsprozessen. Es geht um Formen der Bewegung, des Transports und der Portabilität und deren Einfluss auf die Ästhetik von Texten und deren kulturelle Kontexte. Forschungsgegenstände sind portable papierene Medien und Textsorten wie Alben, Reiseberichte und Reisetagebücher und deren Umgang mit ready mades und kleinen beweglichen Formensowie narrative und dramatische Werke, die durch ihre Distribution verfügbar werden, in neuen Fassungen häufig die Gattung wechseln und Transformationen des literarischen oder außerliterarischen Feldes nach sich ziehen.

Transgression (Leitung: Dr. Arnika Peselmann, Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/ Volkskunde, JMU Würzburg //M.A. Felix Remter, Institut für Ethnologie, LMU München): Dieser vornehmlich sozialgeographisch sowie kulturanthropologisch orientierte und mit den Impulsen aus der Multispecies Ethnography arbeitende Themenworkshop widmet sich dem Problemfeld räumlicher Grenzziehungsmechanismen. Es wird untersucht, inwiefern die Mobilität (nicht-)menschlicher Akteur*innen diese Grenzlinien modifiziert und subvertiert. Die Konflikthaftigkeit, die mit der Überschreitung räumlich definierter Ordnungen verbunden ist und die sich in Erzählungen von als transgressiv gedeuteter Mobilität manifestiert, steht im Fokus des Workshops. Solche Narrative können sowohl ordnungsstabilisierend wirken als auch räumliche Neuordnungen begleiten; sie vermögen Grenzen zu ziehen, können diese aber auch durchkreuzen. Gegenstand des Workshops sind dabei u.a. narrative Konfigurationen zu unerwünschten Mobilitäten, wie sie nicht nur im Kontext ‚invasiver Arten‘und von Pathogenen (z.B. die Varroamilbe oder der Erreger der Schweinepest) deutlich werden, sondern auch von kriminalisierten menschlichenMigrationsformen.

Erbeten werden Bewerbungen von Literatur-, Kultur-, Sozial-und Naturwissenschaftler*innen, die sich in ihren Projekten und Forschungsvorhaben mit mobilitätsspezifischen Fragestellungen beschäftigen. Die Bewerbung sollte im Sinne eines Motivationsschreibens Angaben zur Verbindung des eigenen Forschungsvorhabens mit dem Thema der Würzburg Winter School und dem Schwerpunkt der gewünschten Arbeitsgruppe enthalten (max. 1 DIN A4 Seite). Erforderlich ist zudem ein tabellarischer Lebenslauf und (soweit vorhanden) eine Publikationsliste. Bitte senden Sie die Bewerbung (Bewerbungsschreiben, Arbeitsgruppenwunsch, Lebenslauf, Publikationen) bis zum 22.12.2019als ein PDF-Gesamtdokument an: configurations.of.mobility2020@gmail.com. Es wird erwartet, dass die ausgewählten Stipendiat*innen an der gesamten Veranstaltung teilnehmen (Mo–Fr). Weitere Informationen zum Programm und den Workshops können in Kürze hier nachgelesen werden: https://www.germanistik.uni-wuerzburg.de/ndl1/winter-school/.

Die Winter School wird durch die VolkswagenStiftung gefördert. Übernommen werden für die ausgewählten Teilnehmenden die Fahrt-, Verpflegungs-und Übernachtungskosten für den Zeitraum der Veranstaltung. Organisiert wird die Winter School von PD. Dr. Katrin Dennerlein (Lehrstuhl für Neuere deutsche LiteraturgeschichteI, JMU Würzburg), Prof. Dr. Michaela Fenske (Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/ Volkskunde, JMU Würzburg), Dr. des. Frederike Middelhoff (DFG-Kolleg-Forschungsgruppe „Imaginarien der Kraft“, Universität Hamburg), Dr. Arnika Peselmann (Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/ Volkskunde, JMU Würzburg.

MAG Symposium

Minding Animals Germany Symposium 2019, Berlin


Universität der Künste, Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin

Samstag, 21. September 2019

10:30 Uhr
Begrüßung

11:00 – 11:30
Philipp von Gall: „Über Tiernutzung sprechen – Beschönigung, Abwertung und Sprachlosigkeit“

11:30 – 12:15
Frederike Middelhof: Quo vadis ’nonhuman turn‘? – Zum Verhältnis von Animal und Plant Studies

12:15 – 12:45
Marc Bubeck: Tiermedizinisches Töten – Eine Qualitative Studie über Profession, Mensch-Tier-Beziehung und Geschlecht in der Tiermedizin in Deutschland

Mittagspause

14:00 – 14:30
Konstantin Deininger: „Der Mitgeschöpfsbegriff aus tierethischer Perspektive“

14:30 – 15:15
Konstantinos Tsilimekis + Marietheres Reinke: Aktuelle politische Tierschutz- und Tierrechtsarbeit für landwirtschaftlich genutzte Tiere

15:15 – 15:45
Susanne Heiter: Von Admiral bis Zebrafink. Tiere und Tierlaute in der Musik nach 1950

15.30 – 16:15
Amina Grunewald: Biberdarstellungen in indigener Gegenwartskunst

 Kurze Pause

16:30 – 19 Uhr
Mitgliederversammlung MAG

20 Uhr Konferenzdinner MAGs + deren Gäste: Viasko


Sonntag, 22. September 2019

9:30 – 10:00 Uhr
Antonia Ulrich: „Nietzsches mimicry“

10:00 – 10:30 Susanne Karr: „De/con/struction of others“

10:30 – 11:00
Nieves de la Fuente Gutiérrez: „Caracaballo“ und “The Unfrightened“.
Künstlerische Positionen

11:00 – 11:45
Pascal Dreier: Artist Talk

Mittagspause

13:00 – 13:30
Eric Seuberth: Tierethik an die Schulen

13:30 – 14:15
Lisa Moravec: ‘The Dancing Horses’: Choreographing Dressage

14:30
Abschlussrunde

Wie Tiere denken, fühlen und sprechen

Samstag, 31. August 2019, 19:00 – 21:00 Uhr, Lesecafé Erlangen

Lesung und Gespräch mit Karsten Brensing; Moderation: Claudia Schorcht

Der Verhaltensbiologe und Bestseller-Autor Karsten Brensing tauchte für seine Forschungen zunächst in die Tiefen der Meere hinab, wo er das Verhalten von Delfinen beobachtete. Mittlerweile gilt sein Interesse dem gesamten Tierreich, aus dem er Erstaunliches zu berichten hat: Von Affen und Ameisen über Bienen, Elefanten, Erdmännchen, Orca-Wale und Ratten – Tiere sind dem Menschen in ihrem Denken und Fühlen ganz ähnlich. Sie lachen, rufen sich gegenseitig beim Namen, erkennen sich im Spiegel oder leben mit 30 Jahren immer noch bei ihrer Mutter. In seinem neuesten Buch »Die Sprache der Tiere« plädiert Brensing für ein faires Miteinander von Mensch und Tier und zeigt, dass die Kommunikation mit Tieren sogar äußerst vielschichtig sein kann. Haben Sie gewusst, dass manche Tierarten 300 und mehr Vokabeln beherrschen, Delfine eine komplizierte Grammatik sicher anwenden können und Meisen in Sätzen reden – oder besser gesagt singen?

Karsten Brensing Ist Meeresforscher und promovierter Vehaltensbiologe. Er war zehn Jahre lang wissenschaftlicher Leiter des Deutschlandbüros der Internatioalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDC. Die von ihm mitbegründete Individual Rights Initiative IRI setzt sich für Persönlichkeitsrechte für Tiere ein. Seine aktuellsten Bücher über Tiere: ”Das Mysterium der TIere, „Was Tiere denken und fühlen“ (Kinder- und Jugendbuch) und „Die Sprache der Tiere“.

Eine Veranstaltung der vhs Erlangen und des Lesecafés in Kooperation mit dem Poetenfest.

Lesecafé, Hauptstr. 55 (Altstadtmarktpassage), 91054 Erlangen

Conference on „Animal Minds & Animal Ethics: Across Species, Across Disciplines“

Monday, September 23, 2019, starting at 9.30 am
Vetmeduni Vienna, Veterinaerplatz 1, 1210 Vienna

The social lives of animals are studied by a range of different disciplines. Comparative psychologists and biologists research the cognitive and emotional mechanisms involved in different social interactions. Animal welfare scientists study the impact of social interactions and their disruption on the well-being of animals. Philosophers of animal minds problematize these interactions at a conceptual level, asking, for instance, what it means for a relationship to be meaningful to an animal. Animal ethicists attempt to illuminate what humans owe to animals who are social beings. These different perspectives on animal sociality have the potential to impact how scholars of other fields think about this topic, but these voices are often not heard beyond one’s discipline. This interdisciplinary conference aims to remedy this by bringing together scholars to think about animal minds and animal ethics – across species and across disciplines.

Confirmed Speakers: 

Prof. Kristin Andrews from York University, Toronto. She is one of the leading philosophers of animal minds and has worked with great apes in the field and with dolphins in captivity. She co-authored the Philosopher’s Brief for chimpanzee rights and specializes in normativity and social cognition in nonhuman primates.

Maria Botero, PhD from Sam Houston State University, Huntsville, Texas. She is a philosopher who has worked with great apes in the field, with a research focus on the role of touch in primate social cognition.

Prof. Jean-Loup Rault from Vetmeduni Vienna. He is an animal welfare scientist with a research focus on social behavior, applied neuroscience, and positive welfare in farm animals.

Prof. Susanne Waiblinger from Vetmeduni Vienna. She is an animal welfare scientist who specializes in the human-animal relationship, the non-invasive evaluation of wellbeing, and ruminants.

Dr. Zsófia Virányi from Vetmeduni Vienna. She is a biologist who works on comparative cognition, studying social learning, theory of mind, and cooperative interactions in animals, predominantly in dogs and wolves.

Dr. Judith Benz-Schwarzburg from Vetmeduni Vienna. She currently leads a research project on animal morality and works at the intersection of animal cognition and animal ethics.

Dr. Susana Monsó from Vetmeduni Vienna. She has a background in philosophy of animal minds and works within the morality project as well as on her own Lise Meitner project on the concept of death in animals.

Birte Wrage, MA from Vetmeduni Vienna. They work on a PhD project investigating the role of touch in animals’ social interactions as part of the animal morality project.

 

Participation is free, but if you plan to attend please register by sending an e-mail to: Susana.Monso@vetmeduni.ac.at

This conference is funded by the FWF project “Morality in animals: what it means and why it matters” (P31466-G32)

Perspektive Mensch Tier / Lesecafé Erlangen


Freitag, 12. April 2019, 19:00 – 20:30 Uhr

Lesecafé, Hauptstr. 55 (Altstadtmarktpassage), 91054 Erlangen

Prof. Dr. Martin Ullrich

Nachtigallengesang und Musik

Vortrag mit Musikbeispielen

Nachtigallen und ihre Gesänge lassen sich seit der Antike in der menschlichen Kulturgeschichte auffinden. Dabei hat Nachtigallengesang nicht nur in der Literatur, sondern auch in zahlreichen musikalischen Kompositionen Spuren hinterlassen. Neben der Betrachtung einiger prominenter Beispiele für solche musikalischen Repräsentationen soll es auch um den ästhetischen Status des Nachtigallengesangs gehen, und um die Frage, ob ein gemeinsames Musizieren von Menschen und Nachtigallen möglich ist.

Martin Ullrich ist Professor für Interdisziplinäre Musikforschung mit Schwerpunkt Human-Animal Studies an der Hochschule für Musik Nürnberg.

Eine Veranstaltung der vhs Erlangen und des Lesecafés im Rahmen der Reihe »Per­spek­tive Mensch Tier«.

weitere Informationen: www.lesecafe-erlangen.de

Mittwoch, 15. Mai 2019, 19:00 – 21:30 Uhr

Lesecafé, Hauptstr. 55 (Altstadtmarktpassage), 91054 Erlangen

Dr. Jessica Ullrich

Der beste Freund des Künstlers. Hunde in der Gegenwartskunst

Hunde dienen in der Kunst häufig als Projektionsfläche für menschliche Wünsche und Ängste. Sie können für so unterschiedliche Dinge wie Treue, Wachsamkeit, Wollust oder das Böse stehen, werden aber nur selten als Individuen verstanden. Im Vortrag werden unterschiedliche Umgangsweisen mit Hunden in der Gegenwartskunst vorgestellt. Einerseits kann so das ambivalente Verhältnis der Menschen zu ihren »besten Freunden« beleuchtet werden, andererseits soll erkundet werden, ob es möglich ist, Hunden in künstlerischen Praktiken tiergerechter zu begegnen.

Dr. Jessica Ulrich ist Kunsthistorikerin mit dem Schwerpunkt »Tiere und Ästhetik«. Sie lehrt an den Universitäten Flensburg, Münster und Berlin.

Eine Veranstaltung der vhs Erlangen und des Lesecafés im Rahmen der Reihe »Per­spek­tive Mensch Tier«.

weitere Informationen: www.lesecafe-erlangen.de

6. CLAS-Forschungskolloquium für Promovierende und Habilitierende (Herbst 2019)

Vom 04. bis zum 07. September 2019 findet am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt das sechste Kolloquium für Cultural and Literary Animal Studies (CLAS) statt. Das CLAS-Kolloquium soll all denjenigen, die sich im Bereich der im weiteren Sinne literatur- und kulturwissenschaftlichen Tierforschung promovieren oder habilitieren, die Gelegenheit geben, ihre Forschungsprojekte vorzustellen und andere Arbeiten kennenzulernen. Neben den Projektvorstellungen widmet sich das Kolloquium stets einer übergeordneten
theoretischen, methodischen, disziplinären oder thematischen Fragestellung. Dieser Schwerpunkt liegt im sechsten Kolloquium auf dem Forschungsfeld „Tiere und Musik“, das in Form von Theoriediskussionen, gemeinsamen Besprechungen von Audiomaterial, Exkursionen und einer Keynote (Prof. Dr. Martin Ullrich, Hochschule für Musik Nürnberg) in den Blick genommen werden soll. Für diesen Teil des Kolloquiums sind daher Bewerbungen mit Projekten, die sich mit dem Verhältnis von Tieren und Musik beschäftigen oder mit Arbeiten zu Tierfragen, in denen Musik, Klang, Laut, Rhythmus usw. als Gegenstand oder als Untersuchungswerkzeug dienen, besonders erwünscht.

Das Kolloquium ist allerdings grundsätzlich interdisziplinär, Bewerbungen aus allen Fächern und Forschungsgebieten – auch zu Themen, in denen die Musik keine Rolle spielt – sind willkommen. Das ausrichtende Nachwuchsforschernetzwerk CLAS freut sich, durch die finanzielle Unterstützung des Forschungskollegs Humanwissenschaften 25 Stipendien für die Teilnahme ausschreiben zu können. Die Stipendien umfassen die Reise- und Übernachtungskosten sowie Teilverpflegung. Veranstaltungsort ist das Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg (in der Nähe von Frankfurt).

Möglich sind vier Formen der Teilnahme:

  1. Vorstellung und Diskussion des eigenen Gesamtprojekts
  2. Diskussion eines vorab zur Lektüre zur Verfügung gestellten Kapitels (max. 15 Seiten) aus dem eigenen Projekt
  3. Diskussion eines für das eigene Projekt wichtigen, vorab zur Lektüre zur Verfügung gestellten Textes (max. 15 Seiten) und/oder von (Audio-)Material, eingeleitet mit einführenden Thesen
  4. Teilnahme an den Diskussionen ohne eigene Vorstellung.

Wir freuen uns auf Bewerbungen von NachwuchswissenschaftlerInnen bis zum 01. Mai 2019 und streben Rückmeldungen bis Ende Mai an.

Die Bewerbung erfolgt per Email an koehring@lingua.uni-frankfurt.de und sollte auf einer Seite folgende Angaben enthalten:

Name, Titel des Projekts, Dissertation oder Habilitation, Heimatuniversität, gewünschte Form der Teilnahme und ein paar zusammenfassende Worte zum eigenen Projekt sowie ggf. zu dem für die Vorstellung vorgesehenen Text/Material.

Das Kolloquium CLAS ist eine Veranstaltung des
Nachwuchsforschernetzwerks Cultural and Literary Animal Studies.

Interview mit Susanne Karr u. a. über Verbundenheit bei Menschen und anderen Spezies

Gibt das Konzept der Verbundenheit neue Orientierung? Drei am derzeit laufenden zweiten Festival NÄCHTE DER PHILOSOPHINNEN beteiligte Denkerinnen stellen grundlegende Fragen und suchen Antworten an ganz unterschiedlichen Beispielen, Gespräch im Rahmen des Philosophiefestivals „Nächte der PhilosophInnen“. Gesprächsteilnehmerinnen: Susanne Karr, Simone Matthaei Moderation: Margarete Mauer, Philosophin, Naturwissenschaftlerin und Erfinderin/Initiatorin des Festivals. Das Interview wurde zuerst bei Radio Orange ausgestrahlt und kann unter folgendem Link nachgehört werden:

https://cba.fro.at/385576

CfP 6th Conference of the European Association for Critical Animal Studies (EACAS), Barcelona, May 2019 [aun]

 

6th Conference of the European Association for Critical Animal Studies (EACAS)

Rethinking revolution: Nonhuman animals, antispeciesism and power

Barcelona, Universitat Pompeu Fabra, Campus Poblenou, 22-24 May 2019

  

Conference theme

Although human exploitation of nonhuman animals is by no means a modern development, it has grown exponentially in the last century. It is under capitalism that human abuse of their power over nonhuman animals has reached a massive scale, with a corresponding massive worsening of its consequences. This includes the suffering of trillions of sentient beings exploited in miserable conditions and killed for trivial purposes in the majority of cases, but also the massive contribution to global warming of industries like agribusiness, as well as the negative impact these practices have on social justice, intra-human violence and human health. The animal liberation movement therefore not only calls for justice and compassion for nonhuman animals, but also confront the results of industrial capitalism and modernity with a radical consciousness-raising claim. This claim is radical because it provides the most accurate condemnation of privilege and the status quo by revealing how inequality does not exist only at the intra-species level, but also at the inter-species level, and that both levels are closely interlinked and thus ought to be addressed jointly.

In the spirit of the field of Critical Animal Studies, the aim of this conference is to encourage scholars, students and activists to rethink the revolution that animal liberation theory represents since its inception in the 1970s, a social movement bringing the fight against oppression to its logical conclusion.

The conference welcomes proposals from a variety of scholars and disciplines – including critical academics, independent researchers, students and activists – reflecting on the intersecting themes of the conference: power, total liberation and antispeciesism.

 

Other themes

The conference also welcomes papers focused on any topic critically addressing nonhuman animals’ exploitation from a social science or humanities perspective, including but not limited to the following themes:

  • Animal advocacy and activism
  • Animal ethics
  • Animal law
  • Animal liberation
  • Animal liberation as a social movement
  • Animal oppression and intersectionality
  • Animal rights
  • Animal sanctuaries studies
  • Critical animal and media studies
  • Culture-Nature dualism and its criticism
  • Ethology and social perceptions of animals
  • Interspecies justice
  • Multispecies politics
  • Nonhuman animals and ableism
  • Nonhuman animals and agency
  • Nonhuman animals and capitalism
  • Nonhuman animals and colonialism
  • Nonhuman animals and communication
  • Nonhuman animals and critical race studies
  • Nonhuman animals and critical theory
  • Nonhuman animals and feminisms
  • Nonhuman animals and queer studies
  • Nonhuman animals and oppression theories
  • Nonhuman animals and political theory
  • Nonhuman animals and social class
  • Nonhuman animals and social justice
  • Nonhuman animals and social theory
  • Nonhuman animals, language and representation
  • Normative aspects of animal liberation
  • Vegan studies


The conference encourages the approach of critical animal studies and non-speciesist perspectives on all sorts of discrimination, oppression and abuse towards farmed animals, animals in labs and animals in entertainment, among others, including animals living in the wild.

 

Submission guidelines

All abstracts must be written in English.

Abstracts should include:

  • Abstract Title of 30 words maximum
  • Abstract Text of 500 words maximum
  • A brief biography of the author (150 words maximum) including name, affiliation and contact details

The number of submitted abstracts per author is limited to two.

Abstracts must be submitted to: cae@upf.edu

We strongly encourage submissions by women and other socially underrepresented groups.


IMPORTANT DATES

  • Start of Abstract Submission: 17 September 2018
  • Deadline for submission of abstracts: 15 December 2018
  • Decisions on abstracts will be notified by: 15 January 2019
  • Online registration opens (compulsory): 15 January 2019
  • Deadline for online registration: 15 April 2019
  • Conference opens: 22 May  2019
  • Conference closes: 24 May 2019

 

Registration fees:

  • Normal:    50€
  • Reduced: 25€ (for students, unemployed people or individuals with a low income).


Other information:

  • Attendance certificates will be handed out at the end of the conference.
  • All sessions will be held in English with the exception of one round table with Spanish and Catalan animal advocates.
  • All the food offered at the conference will be vegan (free lunch and coffee breaks)
  • Optional self-pay dinner: There will be a social event on Thursday night


For more information about the conference send an email to cae@upf.edu or go to conference's website