CfP: Bienen und Honig in den Religionen und in unserer heutigen Welt

Bienen und Honig spielen seit langem eine Rolle in religiösen Traditionen und Mythologien auf der ganzen Welt. In Religionen wie dem Hinduismus und der Yoruban-Religion wird Honig als Opfergabe an die Götter verwendet. Der griechischen Mythologie zufolge wurde Apollos Gabe nach der Prophezeiung von Bienenmädchen gewährt. Im Christentum symbolisiert die Biene Weisheit, denn Bienen verwandeln den Staub der Blumen in das Gold des Honigs. Der Prophet Muhamad erkannte und empfahl die heilenden Eigenschaften von Honig. Honig und Äpfel werden zusammen im jüdischen Rosch ha-Schana als Wunsch für ein süßes neues Jahr gegessen. Das verheißene Land in der hebräischen Bibel ist bekannt als „ein Land, darin Milch und Honig fließen“, eine Metapher, die oft wiederholt wird, zuletzt in einem Stück, das Flüchtlingsgeschichten (Dorthin wo Milch und Honig fließen von Rosi Ulrich) nach Deutschland thematisert. Dass Honig und Bienen in so vielen Religionen eine so bedeutende Rolle gespielt haben, sollte nicht überraschen. Honig wurde seit der Steinzeit von Menschen gesucht, wie ein Höhlengemälde in Spanien belegt. Seit Jahrtausenden war Honig der einzige Süßstoff, den wir hatten. Darüber hinaus sind Bienen für die Bestäubung aller Blütenpflanzen, einschließlich Obst und Gemüse, sowie von Pflanzen zur Fütterung von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen, Giraffen, Bonbobos, Elefanten etc. wesentlich. Bienen erbringen für uns und den Rest der Natur einen unersetzbaren Dienst. Aber heute sterben diese Tiere aufgrund von Monokulturen und Pestiziden aus. Sollten sie verschwinden, werden wir einen bedeutenden Teil unseres kulturellen und religiösen Erbes sowie einen großen Teil unserer Ernährungsgrundlage verlieren. Dieser Verlust wird katastrophale Folgen haben. Unsere eintägige Tagung wird Experten in der Religionswissenschaft, der Geschichte und dem Naturschutz als auch Aktivistinnen und Aktivisten für eine ‚gegenseitige intellektuelle Bestäubung‘ von Ideen zusammenbringen und uns umfassende Kenntnisse liefern, was Bienen und Honig uns seit Jahrtausenden bedeuten. Von der Seite der Religionswissenschaft und Geschichte lernen wir die sich verändernde Rolle, Funktion und Symbolik Bienen und Honig und deren Bedeutung für viel breitere kulturelle Themen. Von der Seite der Naturwissenschaft lernen wir, wie Bienen leben und sich verhalten; und von Aktivistinnen und Aktivisten, was wir tun können, um die Bienen – und uns selbst – zu retten. Diese Tagung findet am Donnerstag, 06. September 2018, 9-17 Uhr in der Melanchthon Akademie in Köln statt. Dieses Tagung gehört zu der „Religiösen Naturschutzwoche in Köln und Umgebung“ (2.-9. September 2018). (Einen Veranstaltungskalender finden Sie auf der Website des Abrahamischen Forums e.V. im April unter abrahamisches-forum.de/). Bitte senden Sie Ihren Beitrag von 600 Wörtern mit ausgewählten Literaturliste bis 30. April 2018 an Dr. Carrie B. Dohe, Philipps Universität Marburg, dohe@staff.uni-marburg.de ein.