Bericht

Das dritte Symposium von Minding Animals Germany erstreckte sich über zwei Tage, mit einer Auftaktveranstaltung aus dem Bereich Literatur am Freitagabend, einer öffentlichen Lesung von und mit Mara-Daria Cojocaru. Das Programm war dicht gefüllt und die Vielfalt der Mensch-Tier-Beziehungen wurde in ihrer Bandbreite diskutiert – wie immer in freundlicher und konstruktiver Atmosphäre. Der Rahmen des Lesecafés „Anständig essen“ war dabei eine exzellente Passung. Dort gab es auch eine kleine Ausstellung neuerer Werke von Hartmut Kiewert zu sehen, teilweise während eines Aufenthalts auf Hof Butenland entstanden. 


Zum ersten Mal stellten Arianna Ferrari, Kathrin Herrmann, Julia Eva Wannenmacher, Samuel Camenzind, Julia Gutjahr, Claudia Schorcht und Ute Hörner ihre jeweilige Arbeit vor: Dabei ging es von Goldfisch-Explantaten der Nasa und gesellschaftlichen Visionen vom In-vitro-Fleisch, über das Auseinanderklaffen von Theorie und Praxis im Versuchstierschutz, zu Innovationen in der Tierethik durch Theologie einerseits und durch Überlegungen zum Begriff der Instrumentalisierung andererseits, bis hin zur Frage nach Geschlechterstereotypen in der Nutztiermedizin, zur Vielfalt ganz praktischer Ansatzpunkte für die Tierethik und zuletzt zur Arbeit im Künstlerkollektiv mit Graupapageien.


Gelegenheit, Projekte bzw. die Arbeit einzelner Mitglieder weiter zu verfolgen hatten wir bei den Vorträgen von Judith Benz-Schwarzburg, Frederike Middelhoff und Philipp von Gall: Wo im letzten Jahr noch die Arbeit im Pig Cognition Labor am Anfang stand, ließen sich diesmal in der Frage nach der Moralfähigkeit von Tieren, wie etwa Schweinen, konkrete Folgen für die Praxis präsentieren. Das Projekt der Autozoographien brachten die Lebens- und Leidensgeschichten einiger Pferde aus dem 19. Jahrhundert zur Anschauung. Und die Bemühung um einen Politikwechsel vor allem in der Nutztierhaltung wurde durch eine methodologische Neuausrichtung auf den Begriff der Freude theoretisch präzisiert. 


Insgesamt zeigte sich in den Diskussionen immer wieder das hohe Niveau fachlicher Expertise und interdisziplinärer Reflexionsfähigkeit. Neben all den spannenden Möglichkeiten zur inhaltlichen Verknüpfung wurde zudem der Pflege des Netzwerks durch einen intensiven Austausch, auch zu Herausforderungen der Korrelationen von Wissenschaft, Kunst und Aktivismus im Bereich der Mensch-Tier-Beziehungen, im Plenum gebührend Raum gegeben - und dabei wurde auch gesichert, dass die Reihe dieser ebenso produktiven wie schönen Zusammenkünfte eine Fortführung findet: 2017 in Bielefeld und 2018 in Wien. Wir freuen uns drauf!


- MDC

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